Powerbank auf Rädern
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MAN zeigt als erster europäischer NFZ-Hersteller „Bidirektionales Laden“

Mit dem Forschungsprojekt SPIRIT-E hebt MAN die Elektrifizierung des Güterverkehrs auf ein neues Niveau. Erstmals haben die Löwen auf dem Betriebsgelände der Spedition Schmid in Obertraubling bei Regensburg das bidirektionale Laden unter realen Bedingungen öffentlich demonstriert. – mit einem batterieelektrischen MAN eTGX mit 480 kWh nutzbarer Energie. Die Technologie könnte zu einem zentralen Hebel für sektorübergreifende Energielösungen werden, weil sie Elektro-LKW zu flexiblen Stromspeichern macht. Sie können dann nicht nur laden, sondern Energie gezielt speichern und zurückspeisen – ein Fortschritt, der sowohl die Wirtschaftlichkeit des Flottenbetriebs verbessert als auch das Energiesystem entlasten kann.
Im praktischen Einsatz stehen drei Anwendungen im Fokus. Beim Vehicle-to-Site-Ansatz (V2S) und beim Vehicle-to-Vehicle-Ansatz (V2V) nutzt ein Unternehmen den in der LKW-Batterie gespeicherten Strom unmittelbar am eigenen Standort, um Lastspitzen zu vermeiden, den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom zu erhöhen oder Gebäudeinfrastruktur zu unterstützen. In der Praxis kann das beim Nutzer zu Einsparungen von etwa zehn bis zwanzig Prozent des Strompreises führen. Bei einer Laufleistung von 100.000 km pro Jahr entspricht dies bis zu 20.000 Kilometern „zum Nulltarif“. Bidirektionales Laden kann zukünftig also einen gewichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit elektrischer Lastwagen im Vergleich zu Diesel-LKW leisten.

Vehicle-to-Grid (V2G) erweitert dieses Potenzial: Hier speist der eTruck Energie ins öffentliche Netz zurück – etwa in Zeiten hoher Strompreise oder zur Unterstützung der Netzstabilität. Betreiber könnten so in Zukunft zusätzliche Erlöse erzielen. Ab Ende dieses Jahrzehnts dürfte dies ein zunehmend attraktives Geschäftsmodell werden, da Energiemärkte, Netzdienste und Logistikprozesse sukzessive stärker miteinander verzahnt werden.
MAN ist der erste Hersteller im Nutzfahrzeugsektor, der bidirektionale Fahrzeugtechnik im Rahmen des Forschungsprojekts funktionsfähig demonstriert. Im Projekt SPIRIT-E wurden bereits reale Energieflüsse umgesetzt, darunter das nächtliche Versorgen eines Gebäudes durch eTrucks oder das Nachladen von Elektro-Autos aus dem LKW-Speicher. Jedoch ist bidirektionales Laden nicht ausnahmslos für alle LKW-Einsätze sinnvoll: etwa, wenn der Betrieb der Fahrzeuge keine längeren Standzeiten an einem Depot erlaubt.




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