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Bus-Trio

Busfahren in Berlin


In Berlin – der Stadt, wohin uns vor kurzem die „Mercedes-Benz Driving Experience“ führte – hat Omniplus, die Servicemarke von Daimler Buses, ein neues Servicezentrum der Spitzenklasse gebaut. Abseits davon lenkten wir unser Hauptinteresse auf drei tolle Bustypen: den vollelektrischen Stadtbus eCitaro, den Überlandbus Intouro und den energiesparenden Intouro K hybrid.


Omniplus Berlin Daimler Buses


Vollelektrischer Mercedes-Benz eCitaro


Bereits 2018 wurde der eCitaro dem Publikum vorgestellt und gefällt durch sein charakteristisches Design. Dabei wurde auf die bekannte Optik des Citaro zurückgegriffen und mit eigenständigen Gestaltungselementen aufgewertet. Zentraler Punkt der Front ist ein großer Mercedes Stern mit zwei Lamellen, die links und rechts bis zu den Fahrzeugrändern reichen. Eingelassen sind diese Elemente in eine hochglänzende schwarze Frontplatte, in die auch die modernen LED-Einzelscheinwerfer integriert sind. Insgesamt ist das Design des in der Farbe Anthrazit-Metallic lackierten eCitaro ausgesprochen gelungen. Der eCitaro übernimmt die Struktur des Citaro, was die Reparatur von Unfallschäden deutlich erleichtert. Heckklappe, Rückleuchten, Stoßfänger und auch die Windschutzscheibe sind Ersatzteile, die aus dem bestehenden Modellprogramm übernommen worden sind.


Mit seinen modernen NMC 3-Batterien (NMC: Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid) kann der vollelektrische eCitaro mit seiner Energiekapazität konventionell angetriebene Stadtbusse ablösen. Um eine angemessene Reichweite erreichen zu können, sind fünf Hochvolt-Batteriepakete mit einer Energiekapazität von zusammen 490 kWh nötig. Drei Batteriepakete sind auf dem Dach und zwei im Heck des Fahrzeugs untergebracht. Unser Testfahrzeug ist auf Ladung an der Steckdose im Depot mit einer Ladeleistung von bis zu 150 kW ausgelegt. Dafür stehen Ladesteckdosen zur Verfügung, die links und rechts über der Vorderachse am Fahrzeug angebracht sind. Bei der Inbetriebnahme des Fahrzeugs finden wir uns sofort zurecht, da sich die Instrumentierung und Bedienung des eCitaro kaum vom Citaro mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Nur beim Starten des Fahrzeugs sind Fahrer, die Verbrennungsmotoren gewöhnt sind, sicher leicht irritiert, da das übliche Motorgeräusch nicht zu vernehmen ist. Um die Rekuperation und somit die Bremswirkung im Schubbetrieb des Fahrzeugs zu steuern, kann der Fahrer entweder das Bremspedal oder aber auch einen fünfstufigen Lenkstockhebel verwenden. Auf unserer Fahrt durch Berlin gewöhnten wir uns schnell an das leise Dahingleiten mit dem eCitaro. Alle Fahrzeuglenker, aber auch Passagiere, die das erste Mal mit solch einem Fahrzeug unterwegs sind, werden sicherlich sehr schnell von dieser Technologie überzeugt sein, da der Fahrkomfort in vollelektrischen Fahrzeugen beeindruckend ist. Da der Schwerpunkt unseres Fahrzeugs recht hoch ist (Batteriemodule auf dem Dach), ist unser Fahrzeug mit einer Wank-Nick- Regelung ausgestattet, die zur Sicherheit und Komfort des Fahrers, aber auch der Passagiere beiträgt. Unser Testbus ist mit einem neuen 360°-Kamerasystem bestückt. Wenn es auf genaues Rangieren auf dem Betriebshof ankommt oder auch im innerstädtischen Verkehr etwas enger wird, unterstützt dieses System den Fahrer optimal. Für weitere Sicherheit sorgen der aktive Bremsassistent „Preventive Brake Assist“, der Abbiegeassistent „Sideguard Assist“ und die Reifendruckkontrolle „TMP“. Eine wesentliche Erleichterung für den Fahrer bei Fahrten in tempobegrenzten Zonen ist eine schaltbare Geschwindigkeitsbegrenzung auf 33 km/h.


Der Fahrgastraum kann bis zu 81 Fahrgäste aufnehmen, wobei maximal 34 Fahrgäste auf der Bestuhlung „City Star Eco“ Platz nehmen können. Eine Ambientebeleuchtung mit blauen Leuchtbändern über Gang und Fenstern sowie ein Boden in Holzdekor und rote Deckenhandläufe bringen Wohnlichkeit in den Niederflur Stadtbus.



Überlandbus Mercedes-Benz Intouro, der Alleskönner


Bei unserem in der Farbe „Aquablau hell“ lackierten Testfahrzeug handelt es sich um einen Mercedes-Benz Intouro mit 12,18 m Länge, der ein echter Alleskönner unter den Omnibussen ist. Dieser hochmoderne Hochboden-Überlandbus mit zwei Achsen im klassischen Format bietet 51 Passagieren Platz. Nach dem Einstieg über eine 900 mm breite einflügelige Außenschwingtür empfängt uns ein freundlich gestalteter Fahrgastraum.



Cockpit auf Reisebus-Niveau

Obwohl das Cockpit die Bezeichnung „Basic“ trägt, handelt es sich dabei um ein fahrerbetontes Cockpit auf Reisebus-Niveau. Die Instrumente und das Farbdisplay sind ausgesprochen gut abzulesen, die Bedienelemente sind ergonomisch angeordnet und leicht zu bedienen. Zur Ausstattung des Fahrer-Arbeitsplatzes gehört ein einfach zu bedienendes Multifunktionslenkrad, das es dem Fahrer gestattet, viele Funktionen zu bedienen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Im linken Bereich der Armaturentafel befindet sich der Knauf der serienmäßigen elektronischen Feststellbremse mit integrierter Hold-Funktion. Diese elektronische Feststellbremse wird beim Stillstand optional automatisch aktiviert, wenn der Fahrer den Sicherheitsgurt löst und seinen Platz verlässt. Damit ist der Omnibus gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert. Des Weiteren wird durch Drücken des Bremspedals über einen bestimmten Punkt das Fahrzeug im Stillstand durch die Betriebsbremse gehalten und beim Anfahren die Bremse wieder automatisch gelöst.



Großzügiger Fahrgastraum

Der leicht veränderbare modulare Innenraum kann entweder über die bereits beschriebene Außenschwingtür 1 oder auch über die doppeltbreite Mitteltür 2 betreten oder verlassen werden. Die in unserem Fahrzeug verbaute doppeltbreite Mitteltür sichert einen zügigen und sicheren Fahrgastwechsel. Senkrechte Seitenwände, eine Stehhöhe von 2,18 m im Mittelgang sowie helle und freundliche Farben im Innenraum tragen zu einem großzügigen und angenehmen Raumgefühl bei. Die Überlandbestuhlung Interstar Eco in den Farben „Solin rot“ und „Solin blau“ bieten den Fahrgästen einen angenehmen Sitzkomfort und zugleich ein interessantes Farbenspiel.



Kräftig und laufruhiger Motor

Angetrieben wird unser Testfahrzeug durch den kompakten Reihensechszylinder Mercedes Benz OM 936 mit 7,7 l Hubraum. In unserer Ausführung leistet das Aggregat maximal 354 PS (260 kW) und bietet uns ein Drehmoment von maximal 1.400 Nm. Das Aggregat zeigt sich auf unserer Testfahrt von seiner besten Seite, es agiert kräftig und zugleich laufruhig. Übertragen wird die Kraft des Motors durch das 6-Gang-Wandler-Automatikgetriebe ZF Ecolife 2. Dieses Getriebe wechselt auf unserer Fahrt die Gänge komfortabel und zuverlässig.



Moderne Sicherheitsausstattung

Unser Mercedes-Benz Intouro kann mit einer vorbildlichen Sicherheitsausstattung punkten. Dazu zählen das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, der Spurassistent SPA, der Bremsassistent BA und der Notbremsassistent Active Brake Assist 5 (ABA 5). ABA 5 kann eine automatisierte Vollbremsung bis zum Stillstand auf stehende und bewegte Hindernisse sowie auf sich bewegende Personen ausführen. Weiter bietet das Fahrzeug die Reifendruckkontrolle TPM (Tire Pressure Management) und den radarbasierten Totwinkel- und Abbiege-Assistenten „Sideguard Assist“ mit Personenerkennung.



Hybrid-Überlandbus Mercedes-Benz Intouro K hybrid

Zwischen dem Intouro und dem Intouro K hybrid sind äußerlich so gut wie keine Unterschiede zu erkennen, nur der kleine Schriftzug „hybrid“ im unteren Bereich der Heckscheibe weist auf die moderne Technik des in der Farbe Anthrazit-Metallic gehaltenen Fahrzeugs hin.


Die Verwendung des Intouro K hybrid ist vielseitig. Durch seine kompakte Längsabmessung von 10,75 m ist dieses wendige Fahrzeug ideal auf engen Passstraßen, kurvigen Landstraßen oder auch in Altstädten und auf Routen mit überschaubarer Fahrgastzahl. Neben dem Überlandbetrieb ist es durch seine komfortable Bestuhlung auch möglich, den Ausflugsverkehr mit diesem Fahrzeug abzudecken.


Das Hybridprinzip ist denkbar einfach: Es gewinnt Bremsenergie, um sie dann zum Anfahren wieder zu nutzen. Ein Elektromotor, arbeitet in den Brems- und Schubphasen des Omnibusses als Generator (Rekuperation), diese erzeugte Energie wird kurzfristig in sog. „Supercaps“ gespeichert. Bei den Supercaps handelt es sich um Kondensatoren mit hoher Leistungsdichte und langer Lebensdauer.


Die Energie der Supercaps wird dann dazu verwendet, um den gleichen Elektromotor bei hoher Leistungsanforderung wie zB beim Anfahren, beim Beschleunigen oder auch zur Unterstützung des Leerlaufs anzutreiben. Dieser Elektromotor mit seiner Leistung von 14 kW und einem Drehmoment von 220 Nm ist scheibenförmig aufgebaut und zwischen Verbrennungsmotor und Automatikgetriebe eingesetzt. Durch diese Technik ist es möglich, vor allem im innerstädtischen und stadtnahen Verkehr beim stetigen Wechsel von Gas und Bremse den Kraftstoffverbrauch bis zu 5 % zu verringern. Der Stromspeicher des Intouro hybrid besteht aus zwei Modulen, die links hinten auf dem Dach des Fahrzeugs untergebracht sind. Beide Module zusammen verfügen über eine Gesamtkapazität von 88 Wh, wobei jedes Modul 16 Supercaps enthält.


Technisch setzt der Intouro K hybrid auf die bewährten Komponenten des Citaro hybrid, der sich seit Jahren mit dieser Technologie bestens bewährt hat. Aufgrund der neuen Elektronikstruktur des Intouro waren indes umfangreiche Adaptionsmaßnahmen erforderlich.


Als Antriebsaggregat wird der kompakte Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 936 eingesetzt. Dieses Aggregat leistet in unserem Testfahrzeug 354 PS (260 kW) und ist mit dem Wandler Automatikgetriebe ZF Ecolife 2 verbunden.


Bei unserer Fahrt durch Berlin spüren wir hinter dem Steuer des Intouro K hybrid keine Unterschiede im Betrieb oder auch bei der Bedienung des Fahrzeugs zum Standard-Intouro. Auch der Intouro K hybrid bietet – wie der Intouro nur mit Verbrennungsmotor – ein fahrerorientiertes Cockpit im Reisebus-Niveau und ist ebenfalls mit einer vorbildlichen Sicherheitsausstattung versehen.

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