Logistik im Paradies


Echtes Robinson-Feeling: Das Versorgungsschiff legt nur einmal wöchentlich an

GoPro-Kamera, frische Erdbeeren oder Trüffel: Dinge, die es in Österreich ganz einfach im Elektromarkt oder beim Obst- und Gemüsehändler zu kaufen gibt, sind auf Mirihi Island nur mit hohem Organisationsaufwand verfügbar. Rund 85 Kilometer sind es bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit und das Versorgungsschiff, das die bestellten Waren aus der Hauptstadt Malé bringt, legt nur wöchentlich an. Alle weiteren Transporte finden mit Wasserflugzeugen oder extra gecharterten Booten statt. Für das Team des Mirihi Islands Resorts gilt, nichts ist unmöglich. Meist schafft es das Team sogar innerhalb eines Tages die Gästewünsche, wie beispielsweise die Beschaffung einer GoPro- Kamera für die perfekten Unterwasserbilder, zu erfüllen. Nur Strom und Wasser werden auf der Insel selbst produziert, alle übrigen Waren werden über Malé bezogen. Bei dem Import ungewöhnlicher Produkte kommt es gelegentlich zu Rückfragen der Zöllner bei dem Team des Mirihi Island Resorts. So wurde bei dem Import von Trüffeln hinterfragt, wie ein Pilz denn so teuer sein könnte. Das extra aus der Schweiz importierte Bündnerfleisch wurde für Schweinefleisch gehalten und daher mit der höheren Steuer für Schweinefleisch belegt, obwohl es sich um Kuhfleisch handelt.

„Am schwierigsten ist die Beschaffung von besonders empfindlichen und saisonalen Lebensmitteln, wie Erdbeeren, Pilzen oder frischen Salaten. Manchmal dauert es daher etwas, bis wir das gewünschte Produkt bekommen. Ein bisschen Improvisation und Geschick für die Planung sowie ein gutes Lieferantennetzwerk gehören zum Erfolg dazu, ansonsten lernt man hier Geduld zu haben“, erklärt Tauseef Saleem, der auf Mirihi Island als Einkaufsleiter für die Logistik verantwortlich ist. Fisch, Thunfisch, Krabben und Hummer kauft das Mirihi Island Resort von lokalen Fischern. Täglich kommen die Fischer mit ihrem frischen Fang zur Insel und verkaufen ihn direkt von ihrem Boot an die Köche. Insbesondere die Lieferung von frischem Thunfisch sorgt zuweilen für Staunen bei den Gästen, die von der Größe beeindruckt sind und die Gelegenheit für Fotos nutzen. Eine besondere Regelung gilt für die Bestellung von Alkohol. Die Malediven sind ein muslimisch geprägtes Land, so dass der reguläre Verkauf und Ausschank von Alkohol auf der Hauptinsel verboten ist. Für die Hotelinseln gelten Ausnahmeregelungen, die den Alkoholausschank an die Gäste erlauben. Für den Erwerb von Weinen und Spirituosen gibt es in Malé ein Zollager, in dem die bestellten Alkoholika gelagert und unter der Beachtung strikter Regelungen abgeholt werden können. Eine besondere logistische Herausforderung sind allgemein Feiertage. Zu dieser Zeit sind die Frachträume der Schiffe und Flugzeuge prall gefüllt mit den Bestellungen der Hotels. Da kann es passieren, dass die bestellten Waren einen Tag später kommen und so das Versorgungsschiff der Hotelinsel verpassen. Für solche Fälle stehen die einzelnen Resort- Inseln in engem Kontakt, damit die Waren nach Möglichkeit mit einem anderen Boot zur Insel gebracht werden.


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