MAN Trucknology Days


Gut aufgebaut: Die IAA-Exponate komplettiert im Mittelpunkt der MAN Hausmesse. Die 7000 Besucher hat’s gefreut.

Mit dem Produktionsmittel Lkw verhält es sich ähnlich wie mit einem Paar beim Eiskunstlauf: Patzt ein Teil, ist meist die ganze Vorstellung nichts wert. Zugegeben, der Vergleich ist gewagt und weit hergeholt. Aber ein untauglicher Aufbau wird auch in Kombination mit dem besten Lastwagen nie eine ideale Lösung werden. Auf Messen wie der IAA stellen Lkw-Hersteller vor allem ihre Trucks aus, also Sattelzugmaschinen oder Fahrgestelle. Wer sich für Komplettlösungen interessiert, muss folglich nicht nur die Stände von Daimler, Scania, MAN & Co. besuchen, sondern auch die ganze Palette an Herstellerauftritten aufsuchen. Seit vielen Jahren verfolgt MAN mit der Hausmesse „Trucknology Days“ einen anderen Ansatz. Hier stehen komplett aufgebaute Fahrzeuge im Mittelpunkt. Also Transportlösungen, die sofort einsatzbereit und zum Teil sogar ohne Wartezeit zu haben sind. Auf englisch: Ready to go, was so ähnlich auf einigen Fahrzeugen steht und schon viele Spötter auf den Plan gerufen hat, die sich mehr oder weniger lustige Wortspiele rund um den Gleichlaut von „to go“ und „Togo“ einfallen ließen.

MAN Trucknology Days

Auf MAN TGS aufgebauter Power-Kran Palfinger Epsilon als starker Partner im Forst- und Agrarbereich

Im vergangenen Jahr fielen die Trucknology Days dem Sparzwang zum Opfer, es war ja auch ein IAA-Jahr. In diesem Jahr knüpften die Münchener an die langjährige Tradition an und luden ihre Kunden, Interessenten, Mitarbeiter und wichtige Entscheider ins Truckforum und die fast angrenzende Teststrecke II ein, um vor allem die zur IAA überarbeiteten Modelle als Komplettlösungen mit Aufbauten und/oder Trailern zu zeigen. 92 Aufbauhersteller oder Partnerunternehmen aus der Branche waren bei der neunten Auflage der Trucknology Days vertreten – eine stattliche Zahl. Aus Österreich steuerten unter anderem die Unternehmen Schwarzmüller, Empl, Ressenig, Palfinger und Eschlböck Exponate für unterschiedliche Transportaufgaben bzw. Einsatzbereiche bei.

Wie üblich bemühte man sich, die ganze Bandbreite an Einsatzspektren von Fern- und Verteilerverkehr über Kommunal- und Zivilschutzfahrzeuge bis hin zu Sonderlösungen wie Schwertransporte oder Lang-Lkw abzudecken. 170 Exponate versammelte MAN für die Hausmesse, 53 davon stellen die aktuelle Flotte an Vorführfahrzeugen dar, die aufgrund ihrer knallroten Lackierung leicht zu identifizieren waren. Traditionell stellen die Trucknology Days seit 2008 den Startschuss für die neue Lastwagen-Vorführflotte „MAN Trucknology Road Show 2017“ dar. Nach dem Kick-off-Event gehen diese Fahrzeuge aus den Baureihen TGL, TGM, TGS und TGX europaweit auf Tour. Im Unterschied dazu sind die einsatzbereiten Fahrzeuge aus der „Trucks to go“-Flotte weiß lackiert, diese Baumuster standen im Bereich des MAN-Forums und sollen laut MAN beispielsweise helfen, den kurzfristigen Bedarf nach neu akquirierten Aufträgen abzudecken. (Das aktuelle Angebot an Fahrzeugen ohne Wartezeiten ist hier abrufbar.)

MAN Trucknology Days Meiller-Kipper

„Live und in Farbe“ konnten sich nach Aussage von Dr. Robert Seeger, der als Head of Product Marketing Truck mit seinem Team für die Organisation der Trucknology Days verantwortlich zeichnete, die Kunden all das ansehen, was rund ein halbes Jahr zuvor erstmals auf der IAA zu sehen war. Im Unterschied zur Konzernschwester Scania waren das bei MAN bekanntlich keine revolutionären Neuheiten, wenn man das klassische Portfolio betrachtet. Die einzig wirkliche Novität, der Leichtmatrose TGE, war zwar in zwei Versionen auch auf den Trucknology Days zu sehen. Bis das MAN-Leichtgewicht aber mit 100 verschiedenen Aufbaulösungen aufwarten kann, dürften allerdings noch ein paar Tage ins Land gehen.

MAN Trucknology Days ProfiDrive

Klar, die MAN-Mitarbeiter beantworten die Frage nach Neuheiten natürlich aus Unternehmenssicht ein wenig anders und deutlich enthusiastischer. Das erste „Konzerngetriebe“ ist so betrachtet natürlich eine wichtige Nachricht, dito „die eigene MAN-Anfahrstrategie sowie der MAN Hydrodrive in Verbindung mit der Tipmaticschaltung“ (Seeger). Darüber hinaus gibt es die Weltweit-Baureihe TGS jetzt auch mit einem 500 PS-Motor. Dass die fehlenden Power-Trucks in einigen Marktsegmenten bis dato durchaus ein Manko waren, bestätigt unter anderem ein österreichisches Unternehmen. Die Holzhäcksler von Eschlböck sind ja zusammen mit dem „Vorführer“ Markus Altenstrasser so etwas wie eine feste Einrichtung bei den Trucknology Days. Truckracer Altenstrasser schätzt nicht nur im Renntruck Power, auch mit dem Häcksler-Aufbau soll der Lastwagen Muskeln zeigen. In den letzten Monaten baute Eschlböck mangels Verfügbarkeit von MAN-Supertrucks die Holzverarbeitungsmaschinen unter anderem auf Volvo oder Mercedes-Fahrgestelle auf. Jetzt hat MAN nachgezogen und liefert TGS oder TGX auf Wunsch mit einem kräftigeren Aggregat unter der K