Road Efficiency


Drei Säulen tragen die Effizienz auf der Straße: niedrige Gesamtkosten, hohe Sicherheit und hohe Fahrzeugnutzung.

Die „Einspar-6“ auf der Plane wurde deutlich übertroffen. Der neue Actros schafft 10,6 % im Eco-Modus.

Das Ergebnis sollen 6 % weniger Verbrauch sein. Um das zu erreichen, lud Mercedes-Benz nach Portugal und stellte zwei Actros-Modelle (Modelljahre 2016 + 2017) für Vergleichsfahrten parat. Die Freude war groß, als der Actros 1845 mit dem überarbeiteten OM 471-Sechszylinder und Antriebsstrang der zweiten Generation nach Abschluss aller Vergleichsfahrten 10,6 % Verbrauchsdifferenz für sich verbuchen konnte. Freilich geht das nur unter Wirkung eines Maßnahmenpaketes der ganzheitlichen Technik. Und der weitgehend störungsfreie Verkehr in Portugal sowie die ideale Topografie für den GPS-Tempomaten waren ebenso zuträglich für das Top-Ergebnis von 10,6 % Einsparung. Im neuen Actros-Motor arbeitet die neueste Generation des Einspritzsystems X-Pulse mit Druckverstärkung im Injektor. Der maximale Einspritzdruck wurde von 2.100 bar auf jetzt 2.700 bar erhöht. Durch neue Achtloch-Einspritzdüsen erhöht sich der maximale Durchfluss um rund 10 %. Zusätzlich wurden die Geometrie der Kolbenmulden sowie das Verdichtungsverhältnis erhöht (17,3:1 auf 18,5:1) und die Abgasrückführung (AGR-Rate) reduziert. Eine Besonderheit des OM 471-Motors ist sein asymmetrischer Turbolader. Diese Lösung wurde beibehalten, aber anstelle der bisherigen AGR-Klappe im AGR-Pfad gibt es nun eine AGR-Klappe im Abgaskrümmer. Dadurch ist die Verteilung der Abgase jetzt stufenlos und sehr präzise regulierbar, was zu einer geringeren AGR-Rate führt – mit Vorteilen für den Kraftstoffverbrauch. Der asymmetrische Turbolader besitzt eine feste Turbinengeometrie und verzichtet auf ein Wastegate-Ventil, was die Komplexität des Turboladers vermindert und daher potenzielle Fehlerquellen reduziert. Im OM 473 mit 15,6 l Hubraum wird ebenfalls ein weiterentwickeltes Einspritzsystem X-Pulse mit einem maximalen Einspritzdruck von 2.700 bar eingesetzt. Die Leistungs- und Drehmomentvarianten des OM 473 blieben ebenso unverändert wie Aufladung und Abgasrückführung. Mercedes verspricht beim Actros mit dem OM 470 eine Einsparung bis zu 5 %, beim Actros mit dem OM 471 bis zu 6 % und beim Actros mit dem OM 473 eine Einsparung von bis zu 3 %. Auch die PowerShift 3-Zwölfganggetriebe wurden weiter optimiert. Neben Gewicht und Ölfüllung ist die Reduzierung der Reibleistung ein wichtiger Faktor. Die Oberflächen der Zahnflanken wurden mit dem neuen Superfinish-Fertigungsverfahren optimiert, wodurch eine spiegelglatte Oberfläche entsteht und der Wirkungsgrad des Getriebes bei nahezu 100 % liegt. Ein neues synthetisches Getriebeöl mit niedriger Viskosität verringert ebenfalls die Reibleistung im Getriebe. Die Ölfüllmenge der Getriebe G211-12 und G281-12 für Straßenfahrzeuge wurde um jeweils 3 l verringert. Weiter verfeinert wurde die Schaltstrategie des vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC). Die neue Software gestattet längere Ecoroll-Phasen, ohne dass sich die Fahrzeiten wesentlich verändern. Besonders stark ist der Spareffekt im Eco-Modus.

Active Brake Assist 4: Notbremsassistent mit Personenerkennung

Auch auf die Nebenverbraucher wurde geachtet. Es wird eine elektronisch geregelte Lenkhelfpumpe eingesetzt, deren Energieverbrauch nochmals gesunken ist. Erstmals wird eine Lichtmaschine mit variabler Spannung verwendet, die dadurch mit höherer Effizienz betrieben werden kann. Insgesamt hat der neue Actros 2.600 Stunden im Windkanal verbracht. Die Aerodynamik wurde behutsam weiterentwickelt, was an der neu geformten Kante des Bugspoilers für das 2,5 m StreamSpace-Fahrerhaus des Actros zu sehen ist. In der Praxis erreicht der Actros 1845 in seiner aktuellen Ausführung laut Hersteller zB auf der Teststrecke Stuttgart – Hamburg einen Kraftstoff-Verbrauchsvorteil von gut 6 % gegenüber seinem Vorgänger. Auf den eingangs erwähnten Vergleichsfahrten in Portugal wurde mit 8,3 % für die Gesamtheit aller Fahrten ein noch höherer Verbrauchsvorteil erfahren. Bei Predictive Powertrain Control (PPC) im Standard-Modus lag der durchschnittliche Wert bei 6,4 %, im Eco-Modus belief sich die Ersparnis im Mittel auf 10,6 %.

Der ganze Artikel ist im Heft 6-7/2017 nachzulesen.


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