Segeln mit dem eCitaro

13.12.2018

Der Hersteller setzt beim neuen Mercedes-Benz eCitaro auf die bewährte Plattform des Bestseller Citaro, mit mehr als 50 000 verkauften Einheiten. Das moderne Design des Fahrzeugs nimmt  die Formensprache der revolutionären Studie des Mercedes-Benz Future Bus auf. Der Vordere Stoßfänger und die dreidimensionalen modelltypischen A-Säulen rahmen die Front des eCitaro ein, wobei  der zentrale Punkt der Mercedes Stern ist. Die notwendigen Dachaufbauten des eCitaro verbergen sich hinter einer eleganten Dachranderhöhung. Das gesamte Fahrzeug wirkt wie aus einem Guss.Angetrieben wird das Fahrzeug von der Elektroportalachse ZF AVE 130 mit Elektromotoren an den Radnaben. Die Spitzenleistung der Motoren beläuft sich auf 2 x 125 kW und ein Drehmoment von 2 x 485 Nm. Die Stromversorgung wird durch Lithium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von bis zu 243 kWh sichergestellt. Es können bis zu zehn Module mit jeweils etwa 25 kWh kombiniert werden. Neben vier Batteriemodulen im Heck gehören zwei Batteriemodule auf dem Fahrzeugdach zur Grundausstattung. Der Kunde kann zusätzlich zwei oder vier weitere Batteriemodule auf dem Dach des eCitaro ordern. Bei Vollbestückung mit zehn Modulen wiegt der eCitaro in Serienausführung etwa 13,44 t, was eine Zuladung von mehr als sechs Tonnen (rund 88 Fahrgastplätzen) erlaubt. Geladen werden kann der eCitaro serienmäßig über einen Anschluss mit einem Combo 2-Stecker in Fahrtrichtung rechts über dem vorderen Radlauf. Wünscht der Kunde eine Vergrößerung der Reichweite, so kann das Fahrzeug optional auch per Dachstromabnehmer aufgeladen werden.

 

 

Eine echte Herausforderung bei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen ist das Thermomanagement, da die Reichweite solcher Fahrzeuge sehr stark durch die klimatischen Verhältnisse beeinflusst wird. In sehr heißen Regionen muss mit Hilfe einer Klimaanlage der  Fahrzeuginnenraum gekühlt werden, in besonders kalten Regionen das Fahrzeug beheizt werden. Bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad Celsius verdoppelt sich der Energieverbrauch eines Stadtbusses. Der Fahrgastraum wird bei heißen Temperaturen durch eine sehr effiziente CO2 Dachklimaanlage kühl gehalten. Erwärmt wird der Fahrgastraum mit Hilfe einer Wärmepumpe, die dank des Kältemittels CO2 besonders effizient arbeitet und auch noch bei minus 10 Grad Außentemperatur genügend Wärme für den Innenraum erzeugen kann. Besonders Rücksicht wurde dabei auch auf den Fahrer genommen, da immerhin 50 Prozent der Heizleistung dem Fahrer zu Gute kommt. Wichtig ist, dass bereits während der Ladung der Batterien im Depot der Innenraum auf die gewünschte Temperatur vor- und sogar überkonditioniert werden kann. Somit startet der Bus je nach Jahreszeit bereits geheizt oder gekühlt in den Einsatz, was natürlich der möglichen Reichweite entgegen kommt. Der Citaro erzielt laut Mercedes-Benz eine Reichweite von rund 150 km im Sommer. Der Hersteller orientiert sich am anspruchsvollen, normierten Stadtfahrzyklus SORT2 und rechnet erschwerend den Energiebedarf der Nebenverbraucher ein. Unter Idealbedingungen soll der der eCitaro sogar eine Reichweite von rund 250 km ohne Zwischenladung schaffen.

 

Die Beschleunigung des Busses entspricht der eines Fahrzeugs mit konventionellem Dieselantrieb und ist aus Sicherheitsgründen auf 1,2 m/s² begrenzt. Grundsätzlich muss der Fahrer keine großen Unterschiede zum Citaro mit Verbrennungsmotor beachten. Auch der hohe Schwerpunkt (Batterien am Dach) beeinflusst das Händling des Fahrzeugs nicht. Ein Unterschied fällt uns dann aber doch deutlich auf: Der Omnibus rollt und rollt und rollt wenn wir den Fuß vom Fahrpedal nehmen. Die Mercedes-Benz Techniker sprechen dabei vom „Segeln“ des Fahrzeugs, und genau so fühlt es sich an. Dieses Segeln bedarf aber einer extrem vorausschauenden  Fahrweise, um die Reichweite solch eines Fahrzeugs zu maximieren. Alternativ kann der Fahrer aber auch eine Grundverzögerung – ähnlich dem Motorschleppmoment aus dem Dieselbus – als Rekuperationsrate mittels eines E-Bremshebels mehrstufig einstellen. Beim Bremsen geht das Fahrzeug sofort in den Rekuperationsmodus, was die Batterien wieder auflädt.
 

 

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